Podcastreihe 2025
Projektleiterin Christine Düwel im Gespräch mit Künstlerin Vahida Ramujkić über ihre partizipative Praxis in Kollektiven in Barcelona und Belgrad.
© Christine Düwel, Vahida Ramujkić/ IGBK
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Safaris Poble Now: Signalisation, 2002, ROTORRR, Barcelona.
In der Podcastreihe werden lokale europäische künstlerische Initiativen im Rahmen des IGBK-Jahresprojekts 2025 "Opening Space | Promoting Encounters" interviewt.
Zu den Personen:
Christine Düwel (*1962) lebt als bildende Künstlerin und Kuratorin in Berlin. Sie erwarb ihren M.A. Abschluss in Bildhauerei und Grafik an der Universität für angewandte Kunst Wien und den M.A. in Philosophie und Kunstgeschichte an der Humboldt-Universität, Berlin. Ihre Arbeiten wurden und werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt. Ihre visuellen Untersuchungen konzentrieren sich auf die Frage, wie verschiedene Zeichensysteme zueinander in Beziehung stehen, wahrgenommen werden und Bedeutung generieren.
Ihre Arbeiten sind sowohl in privaten als auch in öffentlichen Sammlungen vertreten (u.a. Albertina, Wien und Schering Stiftung, Berlin). Sie hat Stipendien erhalten und hält öffentliche Vorträge über Kunst. Sie kuratierte mehrere Ausstellungsprojekte (u.a. das andere Kapital – Brandenburgischer Landtag 2018, F. – Jahrhundertwanderungen 2019, Stiftung Schloss Neuhardenberg).
2012-2018 Vorstandsmitglied der GEDOK Brandenburg, 2018 wurde sie Mitglied des Bundesvorstandes des GEDOK Bundesverbandes. Seit 2020 ist sie Vorstandsvorsitzende im Team des Vorstands der IGBK (Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste).
Vahida Ramujkić (*1973 in Belgrad) studierte bis 1997 an der Fakultät für Bildende Künste in Belgrad, erwarb 2001 ihren MFA und promovierte 2018. In Reflexion über die spezifische Rolle und Funktion künstlerischer Praxis in der Gesellschaft widmet sie sich in ihrer beruflichen und aktivistischen Arbeit der Schaffung von Rahmenbedingungen für kollaborative Praktiken, die auf den Aufbau von Gemeingütern und Formen kollektiver Solidarität ausgerichtet sind. Sie entwickelt langfristige Projekte, oft in Zusammenarbeit mit Kollektiven oder durch die Initiierung von workshopbasierten und kollektiven Prozessen.
Im Jahr 2001 gründete sie zusammen mit Laia Sadurní das in Barcelona ansässige Kollektiv ROTORRR, das in den folgenden sieben Jahren als Plattform für Orientierung und Aktion innerhalb der Gebiete des "neoliberalen Übergangs" fungierte. Ihre persönlichen Erfahrungen mit den Paradoxien des EU-Migrationsrechts sind in dem Buch Assimil: Schengen Without Pain (2006) zusammengefasst.
Sie untersucht Potenziale für die Konstruktion gemeinsamer Narrative durch langfristige Forschungsprojekte wie Disputed Histories (seit 2007), Documentary Embroidery (mit Aviv Kruglanski, seit 2008) und Storm and the Return Home (2006–2010). Volkskundige Praktiken der Lebensmittelfermentierung dienten als Grundlage für die Entwicklung des Projekts Microcultures (mit A. Kruglanski und M. Robes, 2011/12).
Von 2017 bis 2023 war sie Mitbegründerin und Mitglied des Kollektivs Minipogon, das mit Kolleg*innen und Bewohner*innen eines Flüchtlingslagers versuchte, autonome und faire Produktionsweisen zu etablieren. Seit 2020 ist sie Teil der Leitungsstruktur des Verbandes der Bildenden Künstler Serbiens (ULUS), wo sie das ULUS-Debatten- und Forschungsprogramm koordiniert.
Für ihre Arbeit False Truths (2011) wurde sie mit dem ersten Preis des 25. Oktober-Salons in Belgrad ausgezeichnet. Im Rahmen ihres beruflichen und aktivistischen Engagements hat sie in verschiedenen Organisationen und Kollektiven gearbeitet, darunter ReEks (2016–2019), SAFS (2015–2016), No Name Kitchen (2017–2021) und irational.org (seit 2011).