© Vahida Ramujkić
Vahida Ramujkić (geb. 1973 in Belgrad) studierte bis 1997 an der Fakultät für Bildende Künste in Belgrad, erwarb 2001 ihren MFA und promovierte 2018. In Reflexion über die spezifische Rolle und Funktion künstlerischer Praxis in der Gesellschaft widmet sie sich in ihrer beruflichen und aktivistischen Arbeit der Schaffung von Rahmenbedingungen für kollaborative Praktiken, die auf den Aufbau von Gemeingütern und Formen kollektiver Solidarität ausgerichtet sind. Sie entwickelt langfristige Projekte, oft in Zusammenarbeit mit Kollektiven oder durch die Initiierung von workshopbasierten und kollektiven Prozessen.
Im Jahr 2001 gründete sie zusammen mit Laia Sadurní das in Barcelona ansässige Kollektiv ROTORRR, das in den folgenden sieben Jahren als Plattform für Orientierung und Aktion innerhalb der Gebiete des "neoliberalen Übergangs" fungierte. Ihre persönlichen Erfahrungen mit den Paradoxien des EU-Migrationsrechts sind in dem Buch Assimil: Schengen Without Pain (2006) zusammengefasst.
Sie untersucht Potenziale für die Konstruktion gemeinsamer Narrative durch langfristige Forschungsprojekte wie Disputed Histories (seit 2007), Documentary Embroidery (mit Aviv Kruglanski, seit 2008) und Storm and the Return Home (2006–2010). Volkskundige Praktiken der Lebensmittelfermentierung dienten als Grundlage für die Entwicklung des Projekts Microcultures (mit A. Kruglanski und M. Robes, 2011/12).
Von 2017 bis 2023 war sie Mitbegründerin und Mitglied des Kollektivs Minipogon, das mit Kolleg*innen und Bewohner*innen eines Flüchtlingslagers versuchte, autonome und faire Produktionsweisen zu etablieren. Seit 2020 ist sie Teil der Leitungsstruktur des Verbandes der Bildenden Künstler Serbiens (ULUS), wo sie das ULUS-Debatten- und Forschungsprogramm koordiniert.
Für ihre Arbeit False Truths (2011) wurde sie mit dem ersten Preis des 25. Oktober-Salons in Belgrad ausgezeichnet. Im Rahmen ihres beruflichen und aktivistischen Engagements hat sie in verschiedenen Organisationen und Kollektiven gearbeitet, darunter ReEks (2016–2019), SAFS (2015–2016), No Name Kitchen (2017–2021) und Irational.org (seit 2011).
Vahida Ramujkićs Interview mit Christine Düwel über ihr partizipatorischen und künstlerischen Projekte.
