Veröffentlicht am 13. Mai 2026
Gemeinsame Stellungnahme der bundesweit agierenden Künstler*innenverbände Deutscher Künstlerbund, BBK Bundesverband, IKG – Internationales Künstlergremium, Internationale Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK), Verband der Gemeinschaften der Künstlerinnen und Kunstfördernden (GEDOK) zum Wahlprogramm der AfD in Sachsen-Anhalt.
Hier können Sie die vollständige Stellungnahme nachlesen (PDF).
"Als Künstler*innenverbände bekräftigen wir gemeinsam die grundlegenden Prinzipien der Kunstfreiheit und Kulturförderung in der Bundesrepublik Deutschland.
Anlass dafür ist das aktuelle Wahlprogramm der AfD Sachsen-Anhalt für die kommenden Landtagswahlen. Darin ist unter anderem die Rede davon, eine angebliche "Identitätsstörung" durch eine "neue, patriotische Kulturpolitik heilen" zu wollen. Diese und weitere Positionen des Programms stellen aus unserer Sicht eine ernsthafte Gefahr für demokratische Grundwerte, für künstlerische Freiheit und Vielfalt in Deutschland dar.
Angesichts dieser (kultur)politischen Positionen sehen wir uns verpflichtet, auf Bundesebene und im internationalen Kontext klar Stellung zu beziehen.
Als Verbände, die Künstler*innen in Deutschland vertreten, fordern wir daher:
- Die Freiheit der Kunst ist uneingeschränkt zu gewährleisten und darf nicht durch kulturpolitische Steuerungsinstrumente relativiert werden.
- Die Staatsferne der öffentlichen Kulturförderung und die Unabhängigkeit fachlicher Jurys sind zentrale Schutzmechanismen und müssen gewahrt bleiben.
- Öffentliche Kulturinstitutionen sind Orte pluraler, offener Diskurse, die unser demokratisches Zusammensein mit ermöglichen, sie dürfen nicht zum Gegenstand politischer Einflussnahme gemacht werden.
- Eine offene demokratische Gesellschaft zeichnet sich dadurch aus, dass sie Widersprüche aushält und Missstände durch öffentlichen Diskurs und demokratische Prozesse bearbeitet.
In Vertretung von Künstler*innen in Deutschland und unseren Mitgliedern setzen wir uns für diese grundlegenden Prinzipien ein: Kunst braucht Freiheit – Demokratie braucht Kunst."
