Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste Berlin | 1. Quartal 2026
Wie können Künstler*innenverbände Orte sein, an denen sich Künstler*innen gemeinsam organisieren und gegenseitig unterstützen?
Wie arbeiten Verbände mit Künstler*innen zusammen, die sich mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen?
Und worin unterscheiden sich Künstler*innenverbände von künstlerischen Initiativen – insbesondere in ihrer Rolle und Arbeitsweise innerhalb der Kulturpolitik?
In einem Seminar am Institut für Kunst im Kontext der Universität der Künste (UdK) Berlin gingen Christine Düwel und Doris Weinberger (IGBK-Vorstand) gemeinsam mit Student*innen und der Dozentin Dr. Yvette Mutumba diesen Fragen nach.
Künstler*innenverbände als Projektpartner*innen für gesellschaftlich orientierte Kunstpraxen und als Orte selbstorganisierter, solidarischer politischer Willensbildung
Im Zentrum stand dabei das Projekt Opening Space | Promoting Encounters, das sich mit den Herausforderungen interdisziplinärer und lokal verankerter Kunstinitiativen in verschiedenen europäischen Ländern befasst. Gerade in Zeiten zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung gewinnen diese Initiativen an Bedeutung, und stehen doch häufig unter Rechtfertigungsdruck
Es wurde diskutiert, welche Handlungsspielräume gesellschaftlich orientierte Kunstformen eröffnen und wie künstlerische Akteur*innen in solchen Kontexten Strategien zur zivilgesellschaftlichen Resilienz entwickeln können. Dabei reflektierten die Teilnehmenden gemeinsam über bestehende Modelle und Praxen.
Gemeinsam wurden Interviewkonzepte entwickelt, auf deren Grundlage die Studierenden Interviews mit von ihnen recherchierten Initiativen führten. Dabei waren auch die Erfahrungen aus den bisher im Rahmen des Projekts geführten Interviews hilfreich.
Austausch mit europäischen Initiativen und kulturpolitische Rahmenbedingungen
Ein zentraler Bestandteil des Vorhabens war auch der Austausch mit europäischen Initiativen und weiteren IGBK-Vertreter*innen. Dabei wurde ein genauerer Blick auf die Funktionsweise und Entscheidungsprozesse von Verbänden geworfen: Wie entsteht politische Willensbildung in solchen Strukturen? Welche Unterschiede bestehen europaweit? So nahmen beispielsweise an einer Sitzung auch Künstler*innen aus dem Vereinigten Königreich und aus Schweden sowie Vertreter*innen der IAA Europe teil.
Abschließend wurden auch die kulturpolitischen Rahmenbedingungen betrachtet, unter denen Künstler*innenverbände arbeiten: der Zugang zu Förderstrukturen und NGOs, rechtliche Bedingungen sowie Fragen der Teilhabe.
Über das Institut für Kunst im Kontext
"Der Studiengang Art in Context wendet sich an Personen, die ihre künstlerische Arbeit in einem gesellschaftlichen Zusammenhang positionieren wollen.
Das künstlerische Arbeiten im gesellschaftlichen Kontext setzt nicht nur eine besondere künstlerische Begabung und ein konkretes Interesse, sondern darüber hinaus hohe soziale und kommunikative Kompetenzen, große Ausdauer und den Wunsch wie die Fähigkeit zur Reflexion und Theoriebildung voraus. Denn von Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Konzepte, Strategien und Arbeitsweisen im Rahmen unterschiedlicher Lebenswelten oder im Bezug zu Expertensystemen entwickeln und erfolgreich realisieren wollen, wird erwartet, dass sie außerkünstlerische Fragestellungen, Problemlagen und Vorurteile verstehen, sie auf einem professionellen Niveau aufnehmen und die Anschlussfähigkeit der eigenen Arbeit begründen können."
Weitere Informationen auf der Instituts-Website.
